Autoimmunkrankheiten Vererbung? Genetische Disposition? Schicksal?

Februar 2017

Als unsere Kromfohrländerhündin im Jahr 2007 zu uns kam, habe ich natürlich nicht im Traum daran gedacht, dass ich eines Tages hier über das Thema Autoimmunkrankheiten schreiben würde. Aber leider erkrankte Trine im Oktober 2016 an einer Autoimmunhämolytischen Anämie (AIHA), siehe auch Krankentagebuch.

Auf Grund der Tatsache, dass es in Trine´s Verwandtschaft tatsächlich einige Hunde mit autoimmun bedingten Blutkrankheiten und anderen Autoimmunerkrankungen gibt, war für mich die Frage naheliegend, ob das Zufall sein kann.

Also suchte ich nach Informationen über Autoimmunerkrankungen, die ich nun Zug um Zug hier einstellen werde. Gleich vorweg: Das Thema ist sehr, sehr umfangreich! Deshalb sind meine Ausführungen bestimmt nicht vollständig und schon gar nicht wissenschaftlich fundiert. Dennoch kann ich vielleicht zum kritischen Umgang mit dem Thema Autoimmunkrankheiten beitragen.

Grundsätzliches

Autoimmunkrankheiten sind in vielen Fällen (sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizien) schwierig zu diagnostizieren bzw. werden zunächst garnicht als solche erkannt. Die einschlägigen Tests reagieren nicht immer zuverlässig. Deshalb gibt es wahrscheinlich eine sehr hohe Dunkelziffer von an einer Autoimmunkrankheit erkrankten Hunden.  

Das es tatsächlich eine genetische Disposition für Autoimmunkrankheiten gibt, wird man nicht leugnen können, wenn auch der Vererbungsgang bislang nicht geklärt ist. Die Ursache dafür sieht die Wissenschaft u.a. in enger Linienzucht und Selektion auf bestimmte Merkmale.

Es besteht demzufolge das nicht unerhebliche Risiko, dass  die Disposition für Autoimmunkrankheiten innerhalb einer Rasse  weitergegeben wird.

Und das sollten verantwortungsvolle Vereine und Züchter grundsätzlich offen kommunizieren.

Nur die umfassende und zeitnahe Information über bisher oder aktuell aufgetretene Autoimmunkrankheiten in der Zuchtlinie kann Hundebesitzern helfen, die richtigen Rückschlüsse zu ziehen und dem Tierarzt wertvolle Hinweise zu geben! Das kann - ganz besonders in Fällen von akuten Bluterkrankungen - lebensrettend sein!


Fortsetzung auf der nächsten Seite!





- Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Frau Professor Dr. Kohn -